Sicherungs- und Verwahrungsarbeiten im Braunkohle-Altbergbaugebiet Malliß - Conow

In den Jahren 1997 und 1999 veranlasste das Bergamt Stralsund die Sanierung und Rekonstruktion der Stolleneingänge "Marienstollen" und "Conow-Stollen I".

Hier nun weiter zu den erforderlichen Sicherung- und Verwahrungsarbeiten:

Aufgrund neu gefallener Tagesbrüche untersagte das Bergamt Stralsund mit Verfügung vom 4. März 2000 sogar jedwede forstliche Nutzung innerhalb näher bezeichneter Gefahrenbereiche. Die betreffenden Hauptwege, Zugänge und Schneisen wurden neu beschildert bzw. verlorene Absperrschilder durch neue ergänzt.

Dieses Verbot wurde letztlich nach umfassenden Neuvermessungen der Altbergbau-Areale, aktueller Recherchen und Gebietsbefahrungen im Juli 2001 wieder aufgehoben.

Bedingungen waren aber:
- Ausschluss von forstlicher Nacht- und Einmannarbeit.
- Ausstattung der Forstarbeiter mit einem Mobilfunktelefon.
- Eingehende Belehrung der Beschäftigten über die vor Ort lauernden Gefahren.
- Begutachtung der Wege und Flächen vor dem Befahren mit Fahrzeugen und Geräten unter Verwendung der vom Bergamt
   bereitgestellten Übersichtskarten.

 

Das Bergamt plante vorerst in 11 Bereichen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten, speziell die Verfüllung von auflässigen Streckenauffahrungen unter den Hauptfahrwegen der Forst bzw. im Randbereich der Bundesstraße B 191.

Zum Schutz des Grundwassers sah die Behörde vom generellen Einsatz des im Braunkohlentiefbau anderenorts mit guten Verwahrungserfolgen und Festigkeitsparametern verwendeten Braunkohlen- bzw. Steinkohlen-Filteraschen ab und setzte den völlig unbedenklichen Baustoff B 25- Sand-/Kiesgemisch ein.

 


Diese 11 Einzelmaßnahmen umfassten:

- den Probst Wooser Weg
- den Forstfahrweg im Bereich des Conow-Stollens VI
- einige Randbereiche der B 191 incl. den Radweg
- die Zuwegung und die Siedlungsbebauung „Am
   Bergwerk“.

 

 

Von Oktober 2003 bis Februar 2004 durchgeführte Bohrarbeiten in den Bereichen von Hauptfahrwegen - so an der B 191, am Probst Wooser Weg, an der sogenannten Panzerstraße - dienten der Aufsuchung von untertägigen Hohlräumen und ihrer anschließenden Verfüllung.

Ausführender Betrieb war die Firma "Bergsicherung und Baugrundsanierung Frankfurt/Oder".

Nach Angaben des Bergamtes vom 26. Februar 2015 wurden 93 Erkundungsbohrungen mit insgesamt 2578,9 Bohrmetern niedergebracht; davon haben 29 Bohrungen noch offenstehende Hohlräume angetroffen (siehe nebenstehendes Beispiel aus dem Conow-Abbaufeld).

Die Bohrungen wurden mit insgesamt     417 m3 Beton der Güte B 25 bzw. 26 m3 Kiessand verfüllt.

Verwendet wurde die Betonsorte Nr. 91069 (Festigkeitsklasse ESTRIC, Zementgehalt 450 kg/m3, Konsistenz F4, Zementsorte CII 325); geliefert aus dem Betonwerk Ludwigslust, Standort Heiddorf.

Aus Gründen des Grundwasserschutzes wurde auf die Verwendung von Filterasche verzichtet.

Die Ursache für das Fallen des sogenannten "Monsterloches" (siehe untenstehende Abbildung) kurze Zeit nach der Verfüllung eines bruchgefährdeten Bereiches in Mundlochnähe des Conow-Stollens VI führt der Autor auf die hydrostatische Beeinflussung der unter Wasser stehenden angrenzenden Grubenbaue zurück.

Bekannt ist, dass durch Verbruch von Grubenbauen (Strecken, Streckenkreuzungen oder Bruchörtern) diese   - sich durch im Hangenden bildende Hohlräume -   nicht immer sofort bis Übertage durchbrechen, sondern im Deckgebirge ‚hängen bleiben‘. Es bedarf dann eines weiteren mechanischen Impulses, um als Tagesbruch sichtbar zu werden; hier -  beim "Monsterloch" -  war es eben ein hydraulischer.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass auch künftig noch mit dem Auftreten von Brüchen bzw. Absenkungen der Tagesoberfläche gerechnet werden muss.