Kurzdokumentation Stilllegungsmaßnahmen seit 1835

Obiges Bild zeigt die "Friedrich Franz Zeche" um anno 1825. Als nach nur 15 Jahren der Braunkohlengewinnung die Gruben im Jahre 1835 geschlossen wurden hat man sicherlich auch bestehende Gefahren für die öffentliche Sicherheit beseitigt. Leider fanden sich bislang keine diesbezüglichen Archivalien. Auch für die zweite Abbauperiode (von 1855 bis zum Jahre 1908) ist nichts überliefert. Es ist jedoch auch hier mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Verfüllung der Grubenzugänge mit Sand bzw. Erdreich erfolgte. Dass der Autor noch in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Spuren dieser zutage führenden Grubenbaue fand, ist dem späteren Nachsacken dieser Lockergesteinsverfüllungen geschuldet.

Obwohl im Jahre 1900 - am 29. August d. J. - das Großherzogliche Bergamt zu Hagenow gegründet wurde und zugleich auch der Bergbau in Malliß der Aufsicht dieser  - wie man früher sagte -   'Bergpolizei' unterstellt war, sind Forderungen und Realisierungsmeldungen betreffend die Sicherung der verlassenen Gruben im Archivgut bislang ebenso nicht auffindbar.

Hingegen sind aus der 3. Abbauperiode (1922 - 1926) Dokumentationen über die durchgeführten Bergbausicherungsarbeiten im Braunkohlen-Abbaugebiet nach der Stilllegung des Kaliwerkes Conow erhalten.

Kurzdokumentation Stilllegungsmaßnahmen seit 1960

In einer Anzeige der vorgesehenen Schließungs- und Sicherungsarbeiten vom 21. Juli 1960 an die sich inzwischen ‚Bergbehörde Staßfurt‘ nennende ehemalige Technische Bezirks-Bergbauinspektion Staßfurt wird vorgeschlagen, den Conow-Stollen durch fest einzubauende Schienen im Abstand von 15 cm zu verschließen.
Dem stimmte diese Behörde mit nachstehenden Auflagen am 17. Juli 1960 zu:

„[…] Der Bergbehörde Staßfurt ist schriftlich zu melden, wer als Rechtsträger für den Stollen und das weitere Gebiet der Braunkohlengrube Malliß verantwortlich zeichnet. Der Rechtsträger ist dann für Absperrungen des Geländes, Verbotstafeln und Sicherung des Stollens laufend verantwortlich. Auflagen der Bergbehörde, die sich aus evtl. später eintretenden Umständen ergeben, sind vom Rechtsträger zu realisieren.
"[…] Können diese Bedingungen nicht erfüllt werden, so ist der Stollen fest und sicher zu verfüllen“.(Sign. 5.12-3/18 Nr. 60, LHA SN)

Die ersten Verhandlungen zur Übergabe des Bergbauareals an den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Perleberg fanden bereits am 10. April 1961 statt.
Es wurde vereinbart, dass die bisher in Rechtsträgerschaft des Bergwerkes befindlichen Forstflächen: Malliß-Schacht mit 1,6595 ha, Conow-Schacht IV mit 1,7190 ha und Zänsler-Schacht mit 0,1076 ha wieder grundbuchlich in die Rechtsträgerschaft des Forstwirtschaftsbetriebes übergehen und von diesem wieder genutzt werden können.
Das auf dem Gelände des Conow-Stollens VI stehende massive Gebäude sowie zwei Holzschuppen wurden dem "VEB Conserven und Marmeladenindustrie Conow" (heute: "Nestlé WCO GmbH Malliß / OT Conow") übergeben.
Rechtsträger der beiden, noch in Betrieb befindlichen und elektrisch betriebenen Brunnen auf dem Gelände der Conow-Stollen IV und V wurde der Rat der Gemeinde Bockup.

Weitere Details zu den Stilllegungs-Festlegungen zeigt nachstehende PDF: