Der Beginn der Kalisalzgewinnung in Mecklenburg

Die aller Ortens schnell umlaufende Kunde des Auffindens von Kalisalzen in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) - das sogenannte "Staßfurter Berggeschrey" - vernahm man auch im landwirtschaftlich geprägten Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Trotz der seinerzeitigen Auffassung, dass Kalisalze nur im Magdeburg-Halberstädter Raum, insbesondere am sogenannten Staßfurter Sattel zu finden seien, regte es dennoch auch hierzulande die Suche nach geeigneten Lagerstätten an.
Durch den zunehmenden Salzgehalt der abzupumpenden Wässer im Lübtheener Gipsbruch (siehe den diesbezüglichen WIKIPEDIA-Artikel des Autors) und bestärkt durch gutachterlichen Sachverstand ließ die Mecklenburgische Regierung am 1. August 1874 dortselbst eine Tiefbohrung niederbringen, welche ab 327 m Teufe Kalisalze antraf.

In der Folge erließ die Großherzogliche Regierung durch landesgesetzliche „Verordnung vom 16. Mai 1879“ den Salzbergbau verstaatlichen. Mit dieser von den Landständen gebilligten Rechtsvorschrift war zunächst für die kommenden 15 Jahre die ‚Aufsuchung und Gewinnung von Steinsalz und beibrechenden Salzen‘ ausschließlich der Regierung vorbehalten und nicht mehr ‚gemeines Recht des Grundeigentümers‘.
Lediglich dem Eigentümer des Rittergutes Jessenitz verblieb durch ‚allerhöchstes Reskript‘ vom gleichen Tage das Recht auf Suche, Erkundung und Gewinnung von Salzen unter der Bedingung, dass der Gutseigner innerhalb einer Frist von 25 Jahren auf dem Gebiet ein Salzbergwerk errichtet habe.
Dieser verkaufte seine Ländereien an den bereits im Staßfurter Kalibergbau engagierten Bergwerksbesitzer Hugo Sholto Douglas. Dieser begann bald darauf mit den Arbeiten zum Abteufen eines Schachtes; Die Geburtsstunde der Gründung der „Mecklenburgischen Kali-Salzwerke Jessenitz“ war gekommen.

Weitere Erkundungsbohrungen im Bereich des Salzstockes Lübtheen und später auch auf dem Salzstock Conow. Auch sie erbrachten Nachweise von Kalisalzen, welche die Gründung von zwei weiteren Bergwerksbetrieben zur Gewinnung von Kali- und Steinsalz (Schächte Lübtheen und Conow) ermöglichten.

Auf das Ende der Salzgewinnung wird bei der nachfolgenden Beschreibung der einzelnen Werke näher eingegangen.

Weitere Einzelheiten zum Schicksal der mecklenburgischen Kali- und Steinsalzbergwerke finden Sie in diesem  WIKIPEDIA-Artikel des Autors: Laugenzuflüsse in die Salzbergwerke Südwest-Mecklenburgs